Zum Inhalt des neuen Stolpersteinbuches

Das Ringen um die geschichtliche Wahrheit darf nicht einfach
aufhören; die Vermittlung von Einzelschicksalen ist eine immerwährende
Aufgabe.
Petra von Olschowski

Wie halten wir die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wach, wenn keine Zeitzeugen mehr befragt werden können? Eine Antwort auf diese Frage gibt dieses Buch.

An die Opfer des Holocaust dort zu erinnern, wo sie zuletzt gewohnt haben, war Gunter Demnigs ebenso einfache wie geniale Idee. „Stolpersteine“ nennt er die 10 x 10 cm großen in den Bürgersteig eingelassenen Messingplatten mit den wichtigsten Daten zu jeweils einer Person. 40 000 dieser Kleindenkmale hat er seit 1997 in ganz Europa verlegt, 740 allein in Stuttgart.

Zum Erfolg seiner Idee hat wesentlich beigetragen, dass jedermann zur Mitwirkung eingeladen ist. In Stuttgart haben sich Bürgerinnen und Bürger in Stadtteil-Initiativen zusammengetan und forschen seit nunmehr zehn Jahren beharrlich nach Frauen, Männern und Kindern ihrer Stadt, die dem Terror und Rassenwahn des NS-Staates zum Opfer gefallen sind.

Unter dem Titel „Stuttgarter Stolpersteine. Spuren vergessener Nachbarn“ erschien 2006 eine erste Bilanz mit 31 recherchierten Biografien und fand große Beachtung. Inzwischen hat sich der Gesichtskreis der Stadtteil-Initiativen erheblich erweitert. Wurde zu Beginn vor allem nach jüdischen Verfolgten geforscht, so rückten mit der Zeit auch die Opfer der Euthanasie, Sinti und Roma, politisch Widerständige, Homosexuelle, die Zeugen Jehovas und „Asoziale“ in den Fokus.

Diese Erforschung persönlicher Schicksale und die Verlegung von „Stolpersteinen“ geben den Opfern wieder ein Gesicht und beheimaten sie wieder dort, wo ihre Lebensmitte war. Weil aber Vorurteil, Ausgrenzung und Abschiebung immer noch und immer wieder Alltag sind, stellen Stolpersteine auch Bezüge zum Hier und heute her – und fordern zur kritischen Prüfung eigenen Handelns und Denkens heraus.

aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Spiegel dieser Zeit - Gedanken zum Projekt „Stolpersteine“; von Petra von Olschowski
  • Erinnerungskultur in Deutschland – Etappen eines schwierigen Weges; von Tim Schleider
  • Zehn Jahre Stolpersteine für Stuttgart: Eine Bilanz; von Harald Stingele und Werner Schmidt
  • „Spur der Erinnerung“ - Zwischen Gedenken und Erinnern; von Harald Habich
  • Erinnerung und Gerechtigkeit: Opfer der Justiz in Stuttgart und Bruchsal; von Fritz Endemann
  • Der Fall Erbslöh: Materieller Schaden durch Stolpersteine? von Siegfried Bassler
  • Irene Winter erlebte ihren dritten Geburtstag nicht; von Gudrun D. Greth
  • Bisher 70 Stolpersteine für 674 Opfer der NS-„Euthanasie“; von Elke Martin
  • Gerhard Durner: Ein Opfer der NS-„Kindereuthanasie“ von Karl-Horst Marquart
  • Erich Ruthardt: Von einer Ärztin des Gesundheitsamts in den Tod geschickt von Karl-Horst Marquart:
  • Facetten des Widerstands in Zuffenhausen; von Inge Möller
  • Karl Ruggaber – Bitteres Ende einer politischen Karriere; von Rainer Redies
  • Alfred Broghammer – ein tragisches Schicksal der bündischen Jugendopposition; von Werner Schmidt
  • Friedrich Enchelmayer: Vergebens unterdrückte Neigung; von Rainer Redies
  • Eugen Plappert - Kein Vorbild, aber ein Opfer; von Rainer Redies und Klaus-Dieter Kurzweg:
  • Bilder und Dokumente; von Rainer Redies:
  • Perspektiven für eine selbstreflexive Kultur der Erinnerung, von Wolf Ritscher
  • Zwangsaltenheim Eschenau – letzte Station vor der Shoah; von Martin Ulmer
  • Die Karschinierows: Cherson – Hamburg - Stuttgart – Theresienstadt – Baisingen; von Harald Stingele
  • Hermine Wertheimer: Ungewisses Schicksal in Riga ; von Irma Glaub
  • Otto Rothschild – gefangen in der Heimat; von Wolfgang Kress
  • Heinrich Richheimer – ein Stolperstein erinnert auch an eine mutige Familie; von Wolfgang Kress
  • Hermann Stettiner: Ein Landesverräter? von Werner Abelein
  • Die Frieds: Eine Familiengeschichte über drei Generationen, von Elisabeth Marquardt
  • Die Kinderärztin Dr. Marga Wolf, ihre Helferinnen und Helfer; von Klaus Steinke
  • Begegnungen; von Irma Glaub:
  • Jüdische Unternehmen in Feuerbach; von Heinz Wienand und Elke Martin
  • „Vom Eiernest zum Hasenberg“ - Verfolgung und Widerstand in Heslach; von Werner Schmidt
  • Die etwas andere Sicht: Rundgänge mit ausländischen Schülern; von Jupp Klegraf
  • Die Zukunft des Erinnerns. Überlegungen zum Projekt des Künstlers Gunter Demnig; von Uta Maria Heim
  • Machen wir uns betroffen! Neue Wege des Erinnerns; von Peter Steinbach

ZEITGENOSSE DEMNIG

Für die SWR-2-Reihe "Zeitgenossen" hat Andreas Langen mit Gunter Demnig, Erfinder der Stolpersteine, gesprochen...

 

Mehr hören

Podcast "gedenkworte" Akademie für gesprochenes Wort - Uta-Kutter- Stiftung und Initiative Stolpersteine Stuttgart-Ost

Das Sprecherensemble der Akademie für gesprochenes Wort spricht die Geschichte der Personen hinter den Stoplersteinen. Ein gemeinsames Projekt der Akademie für gesprochenes Wort und der Initiative Stolpersteine Stuttgart-Ost

 

Hier geht's zu allen Folgen

 

STOLPERBLICK - StolperKunst in Corona-Zeiten

Künstler*innen bleiben gerade auch in diesen Zeiten präsent und begegnen einem konkreten Stuttgarter Stolperstein oder einem anderen Ort, der in Stuttgart an die Verfolgungen in der NS-Zeit erinnert

 

http://www.stolperkunst.de/stolperblick-stolperkunst-in-coronazeiten/

 

Silke Arning auf SWR2 über das Los der Zwangsarbeiter im Lager auf der Schlotwiese

StolperKunst belebt Erinnerung

 

Logo StolperKunst

 

...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

Mehr lesen...

in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

Info von Rainer Redies

im November erschienen:

Unerwünscht

Mehr Infos

im Januar erschienen:

Buchcover: "Behandlung empfohlen"

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Publikationen aus dem Stuttgarter Norden

Else-Kahn-Broschüre Broschüre über „Else Kahn, geb. Jeselsohn. Nachgetragene Würde – nachgetragene Liebe. Eine Lebensgeschichte“

 

Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

Mehr Infos

Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier

Weitere Infos

Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter

Infos und Bezug

Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

Infos und Bezug

Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
buchumschlag-verlegt-elke

 

heraugegeben von Elke Martin

 

 

 

Info und Bestellung

Neu aufgelegt: Spuren vergessener Nachbarn

Titel Stolpersteinbuch
Das
Stuttgarter
Stolpersteinbuch
 

 

 Info und Bestellung

Ernst Köhler

im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
weiter

Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi

die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

Max und Mathilde Henle

Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd

Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

Hermine Wertheimer

zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter