Die Malerin Maria Lemmé,
Stuttgart-Degerloch Ahornstraße 52

Lemmé KünstlerinMaria Lemmé geborene Schwarzkopf wurde am 3. Oktober 1880 in Odessa geboren. 1900 heiratete sie Karl Lemmé, mit dem sie von 1914–1918 in russische Gefangenschaft in Sibirien kam.
Dort wurde sie, die schon als Kind Malunterricht erhalten hatte, von dem russischen Maler Schlicht in die moderne Malerei eingeführt.- 1918 zog das Ehepaar in die Ahornstraße 52 in Stuttgart Degerloch, der damaligen Panoramastraße, wo Karl Lemmé 1933 starb. Seine Witwe Maria Lemmé wohnte dort weiterhin bis zu ihrer Deportation nach Theresienstadt im Jahre 1942.

Offiziell wird ihr Todesdatum in Theresienstadt mit 28. März 1943 angegeben.

Als Maria Lemmé nach Stuttgart kam, wurde sie Schülerin von Adolf HölzelLemmé-Hölzel
1933 gab sie das Buch „Gedanken und Lehren“ mit Äußerungen von Adolf Hölzel heraus.

                                                                                                             Adolf Hölzel war Mitbegründer der Wiener und Münchner Secession
                                                                                                             und der Dachauer Malschule. –
                                                                                                             Von 1905-1919 Lehramt an der Stuttgarter Akademie.

                                                                                        

Seit 1987 ist eine Staffel in Stuttgart-Hoffeld nach Maria Lemmé benannt.
Am 29. April 2006 setzte der Künstler Gunter Demnig einen Stolperstein für Maria Lemmé vor ihrem langjährigen Wohnsitz Ahornstraße 52.

An der Verlegung nahm auch eine noch in Stuttgart lebende, betagte Dame teil, deren Patentante Frau Lemmé war. Als erwähnt wurde, dass die Nationalsozialisten fast alle Werke Maria Lemmés vernichteten, erklärte diese Frau: „Aber das Bild, das jetzt über meinem Bett hängt, fanden sie nicht!“ Ihre Mutter war ebenfalls Schülerin bei Adolf Hölzel und freundete sich mit Frau Lemmé an. Als ihre Tochter geboren wurde, wurde Frau Lemmé Patin und beschenkte ihr Patenkind regelmäßig, u. a. mit dem erwähnten Kunstwerk. Lemme-Bild

                                                             Dieses Bild hat die "Säuberung von entarteter Kunst" überdauert.

Nach der Verlegung meldete sich auch eine Frau, deren Tante langjährige Hausangestellte bei Frau Lemmé war, bis diese von der Gestapo zur Deportation abgeholt wurde. Auch sie besitzt
noch interessantes Material, z. B. ein Schreiben des Fernsprechamts Stuttgart, Fürstenstraße 2 vom 13. September 1940, das die Kündigung des Fernsprechanschlusses Ahornsstrasse 52, einem „jüdischen“ Haushalt, betrifft.

Lemme-Fernmeldeamt

 

 

Text und Recherche: Doris Neu, Initiative Stolpersteine Stuttgart-Fildervororte.

 

Quellen:
Staatsarchiv Ludwigsburg.
Informationen wurden auch zwei im Silberburg-Verlag erschienenen Büchern entnommen:
"Die Stuttgarter Straßennamen“ (Seite397/398)-„Stuttgart zu Fuß“(S.3)
Zeitzeugen.
 


 

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