Salomon und Gella Hess

Ehepaar Salomon Hess und Gella Hess, geborene Reis
Falkertstraße 103, Stuttgart-West

Aus England erreichte uns von Eva Lawrence der Wunsch, für ihre Großtante Gella Hess und deren Ehemann Salomon Hess Stolpersteine verlegen zu  lassen.
Frau Lawrence glaubt, wie sie schreibt, daß sich heute niemand mehr an diese beiden alten Leute erinnert. Selbst weiß sie nicht, ob sie als Kind Gella und Salomon je gesehen hat. Aber sie denkt, daß sie es der Familie schuldet, ihrer zu gedenken.

Am 22. August 1942 wurde das Ehepaar Hess von Stuttgart aus nach Theresienstadt deportiert, in den sicheren Tod.

Gella, geborene Reis, kam am 28. März 1866 in Niederstetten bei Gerabronn zur Welt. Ihre  Eltern waren Leopold Reis, ein Seifensieder in Niederstetten, und Zeline, geborene Oppenheimer. Gella hatte sechs Geschwister.
Am 7. Juli 1892 heiratete sie in Cannstatt  Salomon Hess, geboren am 1. September 1860 in Aufhausen. Von Beruf war er Kaufmann. Sein Vater Abraham Hess und seine Mutter Bertha, geborene Oberdorfer, hatten zuletzt in Heilbronn gewohnt.  Auch Salomon hatte Geschwister.
 
Das Ehepaar Hess bekam am 22. Mai 1893 einen Sohn, Albert Leopold. Dieser ließ als Soldat im 1. Weltkrieg am 25. Juni 1915 bei Przemysl sein Leben. Er war das einziges Kind.
Die Beeinträchtigungen und Verfolgungen, deren die jüdischen Mitbürger während der nationalsozialistischen Zeit ausgesetzt waren, trafen Gella und Salomon als schon betagtes Ehepaar. Seit 1932 lebten sie in einer 4-Zimmer-Wohnung in der Falkertstraße 103.  1939 mußten sie nach behördlicher Anordnung in ein Zimmer im jüdischen Altersheim in der Heidehofstraße 9 in Stuttgart umziehen, wobei sie den größten Teil ihrer Möbel nicht mitnehmen konnten. Von dort  wurden sie am 24. Mai 1942 nach Eschenau bei Heilbronn umgesiedelt. Zur Deportation mußten sie nach Stuttgart zurück. Von hier fuhr der Transport XIII/1 nach Theresienstadt ab.

Salomon Hess kam dort am 13. September 1942 und Gella Hess am 12. April 1943 ums Leben.

Sommer 2008
Margot Weiß
Initiative Stolpersteine Stuttgart-West

Quellen:
Informationen von Eva  Lawrence, England
Stadtarchiv Stuttgart
Staatsarchiv Ludwigsburg, Entschädigungsakten 


 

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