Friedrich Wohlfarth

Über 60 Menschen bei Stolpersteinverlegung für Friedrich Wohlfarth in Stuttgart-Zuffenhausen
Am 9.10.17 kamen morgens über 60 Menschen zur Verlegung eines Stolpersteines für Friedrich Wohlfarth, darunter viele Schüler der Klasse 10c der Bertha-von-Suttner-Realschule aus Stuttgart-Freiberg. Der Stolperstein wurde vom Künstler Gunter Demnig in der Ludwigsburger Str.171 verlegt, wo er mit seiner Frau gelebt hat.
Der 1912 geborene Friedrich Wohlfarth desertierte 1943, weil er am Krieg des NS-Regimes nicht mehr teilnehmen wollte. Dafür wurde er verhaftet und am 7. Juni 1944 im Gerichtsgefängnis des Stuttgarter Justizgebäudes an der Urbanstraße im Innenhof durch das Fallbeil enthauptet.
Bei der Verlegung berichtete Heinz Wienand von der Initiative Deserteursdenkmal und der Stolperstein Initiative Feuerbach über das Leben von Friedrich Wohlfarth, soweit er es noch recherchieren konnte, und über dessen Ermordung durch das NS-Regime.
Anschließend sprach der ehemalige Richter am Landgericht, Fritz Endemann, über die Rolle der Gerichte während der NS-Zeit und die zahllosen Todesurteile gegen Deserteure. Er kritisierte auch die fehlende Aufarbeitung dieser Justizverbrechen in der Bundesrepublik Deutschland, wo keiner der beteiligten Richter zur Rechenschaft gezogen wurde. Den Opfern wurde jedoch lange eine Rehabilitation verweigert. Erst 2002, 57 Jahre nach Ende des Krieges, wurden ihre Strafen nachträglich annulliert und sie galten nun nicht mehr als „Verbrecher“.
Ein Vertreter der Deutschen Friedensgesellschaft/Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, die vor 125 Jahren von Bertha von Suttner gegründet wurde, erwähnte in einer kurzen Ansprache, dass von 30.000 Todesurteilen gegen Deserteure mindestens 20.000 vollstreckt wurden. Die Ehefrauen erhielten in der  Bundesrepublik Deutschland bis 2002 keine Kriegswitwenrente, während Witwen von Kriegsverbrechern diese bekamen.
Sehr eindrucksvoll rezitierten Schülerinnen und Schüler der Bertha-von-Suttner-Realschule das Lied „Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne“, das im deutsch-französischen Krieg 1870/71 aus  Protest gegen den Krieg entstand und bis heute noch aktuell ist. Danach präsentierten sie auf Plakaten ihre Gedanken zum Thema Krieg und Menschenrechte.
Diethard Möller von der Stolperstein-Initiative Zuffenhausen verwies darauf, dass bereits in der Colmarer Str.19 ein Stolperstein für Eugen Spilger verlegt wurde, der zwei Tage vor dem Kriegsende in Württemberg in einem Steinbruch ermordet wurde, weil er nicht weiter kämpfen wollte.

 

STOLPERBLICK - StolperKunst in Corona-Zeiten

Künstler*innen bleiben gerade auch in diesen Zeiten präsent und begegnen einem konkreten Stuttgarter Stolperstein oder einem anderen Ort, der in Stuttgart an die Verfolgungen in der NS-Zeit erinnert

 

http://www.stolperkunst.de/stolperblick-stolperkunst-in-coronazeiten/

 

Silke Arning auf SWR2 über das Los der Zwangsarbeiter im Lager auf der Schlotwiese

StolperKunst belebt Erinnerung

 

Logo StolperKunst

 

...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

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Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

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Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier

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Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

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Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

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Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
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im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
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die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

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Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

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zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter