Abtreibungsgegner missbrauchen Stolpersteinverlegung für ihre frauenfeindliche Propaganda

Am 13.04.2013 wurde vor der ehemaligen Kinderklinik in der Türlenstr. 22 ein Stolperstein für Gerda Metzger verlegt, die hier in der Kinderfachabteilung wegen ihrer Behinderung von den Naziärzten ermordet wurde. Bei der Verlegung kam es zu einem massiven Auftritt der Gruppe "Aktion Lebensrecht für Alle e.V.", einer fundamentalistischen Lebensschützerorganisation, die Abtreibung mit der Euthanasie des Nazionalsozialismus gleichsetzt.

Im Haus Türlenstr. 22 befindet sich die Klinik eines Gynäkologen, der legale Abtreibungen vornimmt - bei Frauen die sich hierzu selbstbestimmt entschieden haben. Schon seit Jahren belagern die Abtreibungsgegner seine Klinik und belästigen die Patientinnen, indem sie ihnen in Plexiglas eingeschweißte Embryonen vorhalten und sie mit dem wissenschaftlich nicht bewiesenen "Post-Abortion-Syndrom" zu ängstigen versuchen, einer posttraumatischen Belastungsstörung, die angeblich durch Abtreibung hervorgerufen wird.


"Worüber wir auch stolpern"(!) steht auf ihren Flyern zu lesen, "Die Vergangenheit wiederholt sich. Auch heute werden unerwünschte und 'lebensunwerte Kinder' aussortiert - durch Tötung im Mutterleib". Auf der Vorderseite wird durch die Abbildung eines Kinderschuhs suggeriert, dass hier Kinder getötet werden.
Mit dieser Gleichsetzung werden die Opfer der Kinder-Euthanasie ein weiteres Mal entwürdigt und gedemütigt.

Gleichzeitig sind Verbindungen der Abtreibungsgegner zur ultrarechten Szene seit Jahren bekannt. Bei einer Rhetorik, die die NS-Euthanasiemorde mit Abtreibung gleichsetzt und mit Aussagen wie "ein Volk stirbt im Mutterleib" völkische Positionen anspricht, verwundert es nicht, dass sie z.B.bei ihrem "Marsch für das Leben" 2012 Schulter an Schulter mit den Rechtsradikalen unter NPD-Flaggen marschierten.


Wir von den Stolperstein-Inis sollten gut aufpassen, mit wem wir uns verbünden, um uns nicht von derart reaktionären Gruppen instrumentalisieren zu lassen.
Gerade deshalb ist es dringend notwendig, dass wir eine Auseinandersetzung darüber führen, welchen Zusammenhang es gibt zwischen der NS-Euthanasie und der Pränatalmedizn heute. Die Frage, wie inklusiv eine Gesellschaft sein kann, die Kinder mit bestimmten Merkmalen (z.B. Down Syndrom) gar nicht erst zur Geburt zulässt gehört ebenso dazu wie eine klare Abgrenzung gegenüber Fürsprechern der Eugenik aus dem neofaschistischen Lager.

AK "Euthanasie" der Stolpersteine Stuttgart

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