Eugen Spilger Colmarer Str. 19

Der am 18.11.1910 geborene Maschineneinsteller Eugen Spilger wohnte mit seiner Familie bis zu seiner Ermordung in der Colmarerstr. 19 in Stg-Zuffenhausen.  Er wurde in den letzten Kriegstagen von seiner Firma in Neckartenzlingen eingesetzt. Laut Polizeiprotokoll vom 29.11.1945 forderte der bis dahin nicht als Gegner der NS-Diktatur aufgefallene "ganz normale Bürger" seinen Kollegen, der wie er zum Volkssturm eingezogen werden sollte, auf, Neckartenzlingen zu verlassen und zu ihren Frauen zu gehen, die in der Nähe evakuiert waren.  Nach der Weigerung des Kollegen Eugen Seng machte sich Spilger allein auf den Weg zu seiner Frau.  Auf dem Weg dorthin stieß er auf die inzwischen herangerückte Front und kehrte nach Neckartenzlingen zurück.  Dort äußerte er in einem Gasthaus gegenüber Volkssturmmännern, dass der Krieg verloren und es um jedes Opfer schade sei.  Fest steht, dass Spilger am nächsten Tag im Rathaus verhört wurde und sein Arbeitskollege ihn belastet hat.
Augenzeugen berichteten, dass ein Mann in Richtung Nürtingen abgeführt wurde mit einem Schild um den Hals mit der Aufschrift   "Volksverräter".  Die Polizei merkt an, dass es sich um Spilger gehandelt haben muss, weil er seitdem verschwunden war.   Seine Frau hat so lange nach ihm gesucht, bis seine Leiche verscharrt im Wald bei Neuffen gefunden wurde.  Sein Todesdatum wurde auf den 19.04.1945 festgesetzt. Die Mörder von Eugen Spilger wurden nach 1945 vor Gericht gestellt und zum Teil zu geringen Haftstrafen verurteilt, zum Teil frei gesprochen.


Recherche & Text: Inge Möller, Stolpersteininitiative Stuttgart-Zuffenhausen.
In dem im Herbst 2006 im Markstein-Verlag erschienenen Buch "Stuttgarter Stolpersteine- Spuren vergessener Nachbarn" berichtet Inge Möller ausführlich über Eugen Spilgers Schicksal. Dort findet sich auch ein Verzeichnis der verwendeten Quellen.
 

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Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

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Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

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Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

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Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
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