Die unterschiedlichen Beschreibungen des Todes von Heinrich Baumann

Sprache definiert Geschichte. Der Tod Heinrich Baumanns am 23. Februar 1945 im KZ Dachau wurde sehr unterschiedlich beschrieben, und je länger dieser politische Mord zurückliegt umso neutraler. Auf den Gedenktafeln an den Strassenschildern der nach ihm benannten Strasse im Stuttgarter Osten wird betont sachlich formuliert: „Stuttgarter Gemeinderat, Verfolgter des Naziregimes. Starb im Konzentrationslager Dachau“. (Die Geschichte der Benennung und nur knapp verhinderten Rückbenennung der Strasse finden Sie hier.) Das Amt für Wiedergutmachung schreibt 1946, H.B. sei im KZ Dachau „umgekommen“ und im Rentenbescheid an seine Witwe Frida Baumann von 1951 wird festgestellt, er habe „in unmittelbarem Zusammenhang mit der Verfolgung (…) den Tod erlitten“. Nur das Hauptversorgungsamt Württemberg-Baden vermeidet 1946 in seiner Stellungnahme zum Rentenantrag Frida Baumanns jede Beschönigung: „Die Internierung im Konzentrationslager war eine Maßnahme des politischen Terrors. Der Tod trat nach sechsmonatiger Haft ein, angeblich infolge Rippfellentzündung. Der Tatbestand lässt sich nicht weiter aufklären. De lege ferenda, d.h. im Sinne einer wünschenswerten künftigen gesetzlichen Regelung muss aber angesichts der durch die Kriegsverbrecherprozesse sattsam bekannt gewordenen Vorgänge in den Konzentrationslagern im Allgemeinen und in Dachau im Besonderen die Rechtsvermutung gelten, dass der im Konzentrationslager eingetretene Tod eines politisch Inhaftierten durch den Konzentrationslageraufenthalt und die damit verbundenen gesundheitsschädlichen Terrormaßnahmen verursacht oder doch wesentlich mit verursacht, wenn nicht gar gewaltsam herbeigeführt worden ist, sofern nicht im Einzelfalle bekannte Tatumstände dieser Rechtsvermutung entgegenstehen. Darnach hat der Tod des Baumann als Folge politischer Terrormaßnahmen zu gelten. Die Witwe ist als Opfer des Naziterrors zu versorgen.“

StolperKunst belebt Erinnerung

 

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...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

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Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

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Publikationen aus dem Stuttgarter Norden

Else-Kahn-Broschüre Broschüre über „Else Kahn, geb. Jeselsohn. Nachgetragene Würde – nachgetragene Liebe. Eine Lebensgeschichte“

 

Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

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Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

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Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter

Infos und Bezug

Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

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Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
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heraugegeben von Elke Martin

 

 

 

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Neu aufgelegt: Spuren vergessener Nachbarn

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Stuttgarter
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Ernst Köhler

im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
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Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi

die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

Max und Mathilde Henle

Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd

Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

Hermine Wertheimer

zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter