Mahnmal erinnert an die Opfer der Euthanasie

Artikel aus der Nord-Rundschau vom 27.03.2008:

Mahnmal erinnert an die Opfer der Euthanasie
Weitere Stolpersteine in Feuerbach

 
Zwei Stolpersteine für Euthanasie-Opfer wurden in Feuerbach verlegt. An der Hohewartstraße erinnern die in den Asphalt eingelassenen Mahnmale an das Schicksal von Pauline Falk und Sophie Weischedel.

Der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig hatte zum dritten Mal Feuerbach besucht, um weitere Stolpersteine einzusetzen. Zwei davon ließ er in den Gehweg nahe dem Wohnhaus ein, in dem beide Opfer mit ihren Familien von 1907 bis 1912 wohnten. Zum ersten Mal fand in den nördlichen Stadtbezirken Stuttgarts eine Gedenkveranstaltung für Opfer der Euthanasie statt. Verwandte, Nachbarn, Schüler aus Neugereut, eine Konfirmandengruppe der Gustav-Werner-Kirche mit Pfarrerin Gerda Müller sowie Bürger aus benachbarten Stadtbezirken gedachten der beiden Opfer. Philomena Beital und Heinz Wienand trugen die Lebensgeschichten der beiden Opfer vor und erklärten den Versammelten den Sinn der Stolperstein-Aktion: "Mit der Form des Stolpersteins soll den Opfern ein Stück ihrer menschlichen Würde zurückgegeben werden. Für uns Heutige ist es ein Ort des Gedenkens, der uns aufruft, wachsam zu sein und dafür zu sorgen, dass ein so ungeheuerliches Unrecht, wie es Pauline und Sophie erlebten und mit ihnen Millionen anderer Menschen, nicht noch einmal passiert", betont Heinz Wienand von der Feuerbacher Stolperstein-Initiative. Mit der zweifelhaften Diagnose Schizophrenie wurde die im Jahr 1875 geborene Sophie Weischedel, geborene Hintenach, 1911 zur Behandlung in die Heil- und Pflegeanstalt Winnental eingewiesen. Sie war 36 Jahre alt und musste in der Anstalt bleiben bis Juni 1940, also fast 28 Jahre ihres Lebens. Am 24. Juni 1940 deportierte man sie in einem der berüchtigten grauen Busse nach Grafeneck. Noch am Tag ihrer Ankunft wurde Sophie in einer als Duschbad getarnten Gaskammer getötet. Weil sie angeblich psychisch krank war, wurde Pauline Falk nach Aufenthalten in Tübingen, Schwäbisch Hall und Weinsberg am 10. März 1941 in der Gaskammer von Hadamar ermordet.
 
Aktualisiert: 27.03.2008 06:26 Uhr
 

StolperKunst belebt Erinnerung

 

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Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

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die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

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