Erinnerung an Sinti
Transport nach Auschwitz vor 65 Jahren

Artikel aus den STUTTGARTER NACHRICHTEN vom 17.03.2008:

Erinnerung an Sinti
Transport nach Auschwitz vor 65 Jahren

 
Vor 65 Jahren verließ der größte Transport württembergischer Sinti Stuttgart in Richtung Auschwitz. Am Samstag wurde den 234 Opfern am Ausgangspunkt ihrer Reise, in der Gedenkstätte Zeichen der Erinnerung am Nordbahnhof, feierlich gedacht.

VON JÜRGEN LESSAT

Manche Opfer wurden zu Hause abgeholt, andere am Arbeitsplatz verhaftet. Einigen wurde eine Fahrt in die Lüneburger Heide vorgegaukelt, vielen die dauerhafte Umsiedlung vorgelogen. Doch die Reise der 234 Sinti aus ganz Württemberg, die am Abend des 15. März 1943 in Viehwaggons Stuttgart verließen, endete in Auschwitz. Nur 27 Verschleppte überlebten das Vernichtungslager der Nazis.

"Diese Ereignisse waren in der Stuttgarter Stadtgeschichte bisher unbekannt", erinnerte der Diözesanhistoriker Stephan M. Janker genau 65 Jahre später am Ort des Geschehens daran, dass erst jetzt die Schicksale der Verschleppten aufgeklärt sind. Maßgeblich hatten die Stuttgarter Stolperstein-Initativen und der Verein Zeichen der Erinnerung, der auch die Gedenkstätte im Nordbahnhof eingerichtet hat, die zweijährige Forschungsarbeit Jankers unterstützt.

"Es hat lange gedauert, aber die Erinnerung kommt nicht zu spät", sagte Daniel Strauss, der Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma. "Wir leben seit 600 Jahren in Deutschland, Sinti und Roma gehören zu unserer Gesellschaft", rief Strauss dazu auf, nicht wegzuschauen bei Ausgrenzung und Rassismus.

Gleichlautend äußerten sich eine Vertreterin der Israelitischen Religionsgemeinschaft sowie der katholische Stadtdekan Michael Brock. Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch und der CDU-Abgeordnete Christoph Palmer würdigten besonders das Engagement der privaten Initiativen. Roland Ostertag, Vorsitzender des Vereins Zeichen der Erinnerung, regte an, die Gedenkstätte zu einem Ort für alle aus Stuttgart Deportierten, unabhängig von Religions- oder Kulturzugehörigkeit, zu entwickeln. In der Gedenkwand sind bisher nur Namen jüdischer Opfer eingraviert.
 
Aktualisiert: 17.03.2008 06:41 Uhr
 

 

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