Stolpersteine in Vaihingen, Degerloch und Mitte beschmiert

Am Montag, 30. Juli wurde ein weiterer Fall von Vandalismus gegen Stolpersteine gemeldet. Diesmal wurden in der Vaihinger Hauptstraße 11 die Steine für Henriette und Franz Fried beschmiert. Obwohl die Steine mit grauer oder silberner Farbe besprüht wurden ist die Inschrift erkennbar geblieben. Sie erinnert an früher angesehene Bürger:
Franz Fried war der Vorsteher der Disconto-Gesellschaft, der Vorgängerin der noch heute dort ansässigen Deutschen Bank. Weil er Jude war wurde er auf Druck der Nationalsozialisten in den "vorzeitigen Ruhestand" versetzt und zwei Jahre später in einem Massentransport vom Stuttgarter Killesberg nach Riga deportiert - wo er mit seiner Frau vermutlich sofort im Wald erschossen und in einem namenlosen Massengrab verscharrt wurde. Durch die Stolpersteine vor dem Bankgebäude gibt es seit November 2006 erstmals einen Ort des Gedenkens an die beiden ehemaligen Vaihinger.

In Degerloch haben vermutlich dieselben Täter systematisch die dort verlegten Stolpersteine aufgesucht und beschmiert. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und wegen des vermuteten politischen Hintergrundes den Staatsschutz informiert.

Beschmierte Stolpersteine in der MoserstrasseIn Stadtzentrum waren die Steine für Bella und Margit Schloss in der Urbanstraße 31 betroffen, ebenso wie die für Joseph und Auguste Goldschmidt in der Moserstrasse 13 und für Emil Markus in der Olgastrasse 61.

Auch wenn wir sicher sein können, daß die überwiegende Mehrzahl der Stuttgarter Bürger dem Projekt der Stolpersteine zustimmend und unterstützend gegenübersteht, mahnen solche Vandalismus-Vorfälle doch zur Wachsamkeit. Es wird wichtig sein, eine angemessene Reaktionsweise auf Provokationen von Unverbesserlichen zu finden, die die Taten der Nationalsozialisten nicht wahrhaben wollen. Schließlich sollen diese nicht durch unsere Reaktion die Öffentlichkeit erlangen, die Ihnen sonst wegen ihrer rückwärtsgewandten Ansichten (zurecht) verwehrt bleibt.

Die Mitglieder der Stolperstein-Initiativen haben prompt reagiert und mit Lösungsmittel und Lappen die Schäden bereits beseitigt. An verschiedenen Stellen hatten aber aufmerksame Anwohner diese Arbeit schon erledigt - ein Zeichen dafür, daß die Steine in der Bevölkerung beachtet und geachtet werden. Bleibt nur noch die Täter zu erwischen, um mit ihnen in eine Form der Auseinandersetzung einzutreten, zu welcher sie bisher offenbar nicht fähig sind.

Hinweise, Beobachtungen und andere Beiträge zum Thema werden von den betroffenen Initiativen in Degerloch bzw. Vaihingen oder Mitte entgegengnommen oder auch über  info@stolpersteine-stuttgart.de

 

StolperKunst belebt Erinnerung

 

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...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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