Stuttgarter Stolperstein-Initiativen trafen sich am 18.01.2007 im Alten Feuerwehrhaus Süd ?

Nach äußerst erfolgreichen Aktions-, Buch-, Lese- und Verlegewochen Anfang November letzten Jahres trafen sich am 18.01.2007 Vertreter aller Stuttgarter Stolperstein-Initiativen zu einem Koordinierungstreffen im Alten Feuerwehrhaus Süd, um ein Resümee zu ziehen und die nächsten Verlegungen am 8. Mai und am 24. September dieses Jahres vorzubereiten.

Seit der ersten Verlegung im Oktober 2003 hat das Projekt in Stuttgart eine erstaunliche Entwicklung genommen:
- Inzwischen erinnern ca. 230 Steine an ehemalige Bürgerinnen und Bürger Stuttgarts, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. In den Jahren 2007 und 2008 sollen ca. 200 weitere Steine hinzukommen.
- Im Projekt engagieren sich z.Z. um die hundert Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in elf Stadtteilinitiativen und zwei thematischen Arbeitsgemeinschaften (Euthanasie, Sinti und Roma). In zwei weiteren Stadtteilen (Botnang und Stammheim) werden demnächst Initiativen gegründet. Die Koordination der Arbeit der einzelnen Initiativen und die Zusammenarbeit mit den städtischen Ämtern laufen unkompliziert. Das drückt sich u.a. aus in der praktischen Unterstützung bei den Verlegungen und in der von den Initiativen gemeinsam gestalteten Website www.stolpersteine-stuttgart.de.
- Das Interesse in Stuttgart am Projekt ist sehr groß. An den Verlegungstagen im November 2006 haben ca. zweitausend Menschen an den kleinen Erinnerungsfeiern vor Ort teilgenommen. Die Bereitschaft für Stolpersteine zu spenden ist ungebrochen. Die Medien berichten kontinuierlich. Das ebenfalls im November erschienene Stolperstein-Buch war nach sechs Wochen ausverkauft; in diesen Tagen steht die zweite Auflage zur Verfügung.
- Bei vielen Verlegungen waren Schüler und Lehrer präsent, wodurch das Projekt auch zu einer Plattform der Begegnung zwischen den Generationen wird.
- Besonders erfreulich ist die starke Resonanz von Angehörigen der Opfer. Zu den letzten Verlegungen waren Angehörige aus den USA, aus Israel, aus England, Frankreich, Schweden und Ungarn angereist. Aber auch Angehörige aus dem Stuttgarter Raum gaben sich zu erkennen und beteiligten sich. So kam es immer wieder zu sehr anrührenden Begegnungen.

Auch zur nächsten Verlegung am 8. Mai 2007 haben sich Angehörige, z.T. aus Übersee, angekündigt. Die Initiativen werden wieder für einen würdigen Rahmen des Gedenkens an diesem historischen Tag sorgen, an dem Gunter Demnig hauptsächlich in den Innenstadtbezirken Nord, Mitte und Süd, in Feuerbach und erstmals in Botnang, Stammheim und Untertürkheim die 10 x 10 cm großen, aus Beton gegossenen und mit einer Messingplatte versehenen Stolpersteine für NS-Opfer setzen wird. Paten, interessierte Nachbarn und Schulklassen sollen ebenso einbezogen werden wie Vertreter des öffentlichen Lebens.

Am 24. September 2007 folgen dann weitere Steine in Ost und West sowie in Bad Cannstatt, Zuffenhausen und Vaihingen. Am Tag vor dieser Verlegung, am 23. September 2007, werden Gunter Demnig und Autoren des Stuttgarter Stolperstein-Buches die Aktion im Rahmen einer sonntäglichen Matinee der Naturfreunde im Clara-Zetkin-Haus in Sillenbuch vorstellen.

Bis dahin werden im Rahmen von Gunter Demnigs ?Kunstprojekt für Europa? mehr als 10.000 Kleindenkmale an Opfer des Naziterrors erinnern: Juden, Sinti, Jehovas Zeugen, Homosexuelle, Euthanasieopfer, Kommunisten, Christen, Sozialisten ...

In Stuttgart haben die einzelnen Initiativen und Arbeitsgruppen bereits mehrere hundert der tödlich verlaufenen Schicksale erforscht. Die Recherche in den Archiven geht weiter. Ebenso die Suche nach Angehörigen und Zeitzeugen. Im Laufe der Zeit sollen alle Opfer, die namhaft gemacht werden können, mit einem Stein bedacht werden. Deshalb ist es erfreulich, dass Gunter Demnig nächstes Jahr an insgesamt vier Tagen nach Stuttgart kommen wird: 14./15. März und 16./17. Oktober 2008.

StolperKunst belebt Erinnerung

 

Logo StolperKunst

 

...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

Info von Rainer Redies

im November erschienen:

Unerwünscht

Mehr Infos

im Januar erschienen:

Buchcover: "Behandlung empfohlen"

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Publikationen aus dem Stuttgarter Norden

Else-Kahn-Broschüre Broschüre über „Else Kahn, geb. Jeselsohn. Nachgetragene Würde – nachgetragene Liebe. Eine Lebensgeschichte“

 

Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

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Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier

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Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter

Infos und Bezug

Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

Infos und Bezug

Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
buchumschlag-verlegt-elke

 

heraugegeben von Elke Martin

 

 

 

Info und Bestellung

Neu aufgelegt: Spuren vergessener Nachbarn

Titel Stolpersteinbuch
Das
Stuttgarter
Stolpersteinbuch
 

 

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Ernst Köhler

im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
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Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi

die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

Max und Mathilde Henle

Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd

Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

Hermine Wertheimer

zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter