Josefine Kroner

Josefine Kroner, geborene Löwendahl, kam am 16.12.1861 in Viersen zur Welt.  In zweiter Ehe war sie seit 22. Dezember 1913 mit dem jüdischen Oberkirchenrat und Rabbiner Dr. Theodor Kroner verheiratet.  Auch für ihn war es die zweite Ehe.  Am 6. Oktober 1923 verstarb er.
Josefine Kroners beide Ehen waren kinderlos geblieben.  1927 zog sie in die Lindenspürstraße 30.  Von 1936 bis 1939 wohnte sie in der Zeppelinstraße 25A.  Dann kam sie für knapp zwei Jahre in das jüdische Altersheim in der Wagenburgstraße 28 im Stuttgarter Osten.  Vor der Deportation nach Theresienstadt am 22. 08.1942 mußte sie noch nach Eschenau umziehen.  Vermutlich wurde die knapp 81-jährige Frau Kroner bald nach ihrer Ankunft in Theresienstadt ermordet.  Als Todestag ist der 23. September 1942 angegeben.

In "Weg und Schicksal der Stuttgarter Juden", Stuttgart 1964, schreibt Maria Zelzer auf Seite 226:
"Im Sommer 1942 hatte die Jüdische Kultusvereinigung auf Weisung der Gestapo wieder die traurige Pflicht, Gemeindemitgliedern die Nachricht von der bevorstehenden Evakuierung zuzusenden.  Die Betroffenen waren meist alte Leute, die in den sogenannten Altersheimen in Württemberg untergebracht waren.  Am 22. August 1942 nahmen 939 (nach Angaben von Schwester Ruth Rieser 942) alte Menschen im Sammellager auf dem Killesberg Abschied von der Heimat, wo sie gern noch gestorben wären.  Unter den Greisinnen befand sich die 80jährige Witwe des verehrten Dr. Kroner (...).  Nun barg ein Handkoffer ihre Habe.  Fünf Pfennig mußten sie für das Formular zahlen, auf dem die Beschlagnahme ihres gesamten Vermögens schwarz auf weiß stand.  Nur 55 RM durften sie mitnehmen. Aber es kam nicht dazu; denn die Fahrkosten ins "Vorzugslager" Theresienstadt betrugen 50 RM und für ein Lebensmittelpaket, das ihnen mitgegeben werden sollte, aber nie ausgehändigt wurde, waren 5 RM zu bezahlen."

Margot Weiß/ November 2006/Stolperstein Initiative Stuttgart-West

Grundlagen der Recherche:
- Maria Zelzer:  "Weg und Schicksal der Stuttgarter Juden."  Stuttgart: Klett o.J. (1964).
- Die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Baden-Württemberg 1933-1945.  Ein Gedenkbuch.  Herausgegeben von der Archivdirektion Stuttgart. Stuttgart 1969 (Veröffentlichungen der staatlichen Archivdirektion Baden-Württemberg, Beiband zu Band 20).
- Theresienstädter Gedenkbuch. Die Opfer der Judentransporte aus Deutschland nach Theresienstadt 1942 -1945. Institut Theresienstädter Initiative Academia 2000.
-Israelitische Kultusvereinigung Württemberg und Hohenzollern Stuttgart: Deportiertenliste  Württemberg und Hohenzollern. (Stadtarchiv Stuttgart.)
- Judenlisten 1939 bis 1941. Hg. Statistisches Amt der Stadt Stuttgart. 1939 bis 1942. (Stadtarchiv Stuttgart).
- Adressbücher der Stadt Stuttgart, (Stadtarchiv Stuttgart).
- Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Entschädigungsakten.
- Staatsarchiv Ludwigsburg, Entschädigungsakten.
- Joachim Hahn: Friedhöfe in Stuttgart. 3. Band. Pragfriedhof. Israelitischer Teil. Stuttgart: Klett-Cotta 1992.
 


 

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Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

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