Aus Nummern werden wieder Menschen
Gedenksteine erinnern an NS-Opfer

Blick vom Fernsehturm vom 28.04.2006:

Aus Nummern werden wieder Menschen

Gedenksteine erinnern an NS-Opfer

Degerloch/Schönberg. Der Nationalsozialismus hat Millionen von Toten gefordert. An sie erinnert der Kölner Künstler Gunter Demning mit seinen Gedenksteinen. Mehr als 6000 hat er seit 1993 in 75 Städten verlegt. Auch in Stuttgart gibt es 124 dieser kleinen Denkmäler. Heute und morgen werden 44 weitere Steine in der Landeshauptstadt verlegt.Von Alexandra BöttingerGunter Demning nennt seine Werke Stolpersteine. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Pflastersteine werden vor den ehemaligen Wohnhäusern von NS-Opfern in die Straße eingelassen. Jeder Stein ist mit einer Messingtafel versehen. Auf dieser sind unter der Überschrift "Hier wohnte" die wichtigsten Daten des Opfers eingraviert: Name, Geburtstag, Todesursache."Ich will Erinnerung dahin bringen, wo die Menschen zu Hause sind", sagt der Künstler. Die Passanten sollen im Geiste über die Steine stolpern, einen Moment innehalten und die Inschrift lesen.So zum Beispiel die Gravur auf dem Stein, der am Samstag im Röhrlingweg für Ida Daniel verlegt wird. Im Dezember 1941 deportierten die Nationalsozialisten 1013 Juden vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus nach Riga. Ida Daniel war eines der Opfer. Im März 1942 wurde sie von den Nazis ermordet. Ida Daniels Gedenkstein hat der Freundeskreis Alt-Birkach gespendet.Mehrere Gruppen in der Landeshauptstadt sind inzwischen Förderer des Projekts. Sie recherchieren die Einzelschicksale und sammeln Spenden für die Finanzierung der kleinen Denkmäler. Im Süden setzt sich die Initiative Stolperstein Stuttgart-Fildervororte für Demnings Aktion ein. "Wir wollen die Menschen aus der Anonymität herausholen", so das Mitglied Doris Neu. Diejenigen, die einst Nummern erhielten, sollen ihre Namen zurückbekommen. "Mir ist es wichtig, dass die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen werden. Das Schicksal eines einzigen Menschen sagt da oft mehr aus als eine abstrakte Zahl."Die Aktion wird weitergehen: Die nächsten Stolpersteine sollen bereits Anfang November verlegt werden. Die Steine kosten 95 Euro und werden von Privatpersonen oder Vereinen gespendet.Die Initiative Stolperstein Stuttgart-Fildervororte ist dankbar für Spenden auf das Konto 2 939 485 bei der LBBW, BLZ 600 501 01.    

 

StolperKunst belebt Erinnerung

 

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...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

Info von Rainer Redies

im November erschienen:

Unerwünscht

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im Januar erschienen:

Buchcover: "Behandlung empfohlen"

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Publikationen aus dem Stuttgarter Norden

Else-Kahn-Broschüre Broschüre über „Else Kahn, geb. Jeselsohn. Nachgetragene Würde – nachgetragene Liebe. Eine Lebensgeschichte“

 

Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

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Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier

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Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter

Infos und Bezug

Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

Infos und Bezug

Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
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heraugegeben von Elke Martin

 

 

 

Info und Bestellung

Neu aufgelegt: Spuren vergessener Nachbarn

Titel Stolpersteinbuch
Das
Stuttgarter
Stolpersteinbuch
 

 

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Ernst Köhler

im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
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Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi

die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

Max und Mathilde Henle

Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd

Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

Hermine Wertheimer

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