Stolpersteine für den Stuttgarter Süden
Um den Ort, an dem man lebt, zu verstehen, ist es auch wichtig, seine Geschichte zu kennen. Bei einem Stadtteil-Stammtisch im Oktober 2003 referierte Siegfried Bassler über ?Heslach im III. Reich? und ging dabei sowohl auf den örtlichen Widerstand gegen Hitler als auch auf das Schicksal der ehemaligen jüdischen Nachbarn ein. Im Herbst desselben Jahres hat die Initiative Stolperstein im Stuttgarter Osten damit begonnen, Gedenksteine vor den Häusern verfolgter und ermordeter Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu verlegen, um so dieses Stück Geschichte als Mahnung in den Alltag zurückzuholen.
Wie im Stuttgarter Osten sollen nun für den Stadtbezirk Süd die nötigen Daten in den Archiven erforscht werden, um möglichst noch in diesem Jahr auch hier die ersten Stolpersteine verlegen zu können. Dank der Vorarbeit der Initiative Stuttgart-Ost hat die Stadtverwaltung bereits grünes Licht für die Realisierung des Projektes in ganz Stuttgart gegeben. Die Aktion begleiten und ergänzen könnten Ausstellungen und Veranstaltungen. Diese Arbeit ? neben der Archivsuche auch Dokumentation, Organisation und anderes ? soll auf möglichst viele Schultern verteilt werden. Über weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer freuen wir uns deshalb ebenso wie über Anregungen und Vorschläge.
Finanziert werden die Stolpersteine von Bürgerinnen und Bürgern. Die Kosten für das Gießen eines Steines, das Gravieren des Textes und die Verlegung vor Ort betragen 95 ?. Alle Arbeiten werden von Gunter Demnig ausgeführt. Für Stuttgart-Süd (Bopser, Lehen, Weinsteige, Heslach, Südheim, Kaltental) suchen wir ?Paten?, die bereit sind, die Kosten für einen oder mehrere Stolpersteine zu übernehmen. Aber auch Teilbeträge sind herzlich willkommen.
Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern
Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier
Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner
Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter
Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."
Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)
heraus-gegeben von Margot Weiß
Publikationen aus dem Stuttgarter Norden
1. Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
2. Der Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
Verlegt
Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
heraugegeben von Elke Martin
Ernst Köhler
im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
weiter
Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi
die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter
Max und Mathilde Henle
Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd
Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud
die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter
Hermine Wertheimer
zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter



