Reinigung von Stolpersteinen am 27. Januar 2020

Ein europäischer Gedenktag

Nie wieder Krieg! Nie wieder Diktatur und Entrechtung! Das waren zwei Hauptmotive derer, die nach dem Zweiten Weltkrieg das europäische Integrationsprojekt angestoßen haben. Von Anfang an war das Streben nach der Einigung Europas eine Entgegnung zum Ansinnen der Nazis und ihrer willigen Helfer, den gesamten Kontinent den Germanen zu unterwerfen, im Sinne ihrer Rasseideologie zu säubern, Menschen auseinanderzudividieren, zu selektieren und die als minderwertig Geltenden zu vernichten.

Stolpersteine putzen 27.1.2020Ein Dreivierteljahrhundert später ist die heutige Europäische Union – mit all ihren Unvollkommenheiten – Garant für Frieden, Menschenrechte und Freiheit, für die es sich lohnt, sich einzusetzen. Und zwar auch, weil in der Gegenwart Freiheit und Bürgerrechte in vielen Ländern bedroht sind. In manchen europäischen Staaten sind autoritäre Kräfte am Werk, schleifen die Gewaltenteilung, unterdrücken unabhängige Stimmen. Und auch bei uns in Deutschland erleben wir Übergriffe und Angriffe auf Minderheiten, nicht zuletzt auf Juden. Das optimistische „Nie wieder“ von einst hat ein beängstigendes Fragezeichen bekommen.

Deshalb sind zahlreiche lokale Gruppen von Pulse of Europe, einer europäischen Bürgerbewegung, die in rund 120 Städten in über zwanzig europäischen Ländern für ein geeintes Europa eintritt, Gunter Demnigs Aufruf gefolgt und haben sich am 27. Januar daran beteiligt, Stolpersteine zu putzen.

Das Stuttgarter Team von Pulse of Europe war am Abend des Holocaust-Gedenktags im Stuttgarter Westen unterwegs. Die Johannesstraße entlang bis zum Hölderlinplatz wurden die Steine gereinigt, Lichter entzündet, Steine niedergelegt, die Biographien der Ermordeten verlesen und so ihrer gedacht.

Folgende Steine wurden gereinigt:
Johannesstr. 19 für  Viktor Epstein
Johannesstr. 40 für  Hermann Thalmessinger
Johannesstr. 44 für  Amalie Bechhöfer
Johannesstr. 44 für  Erna Bechhöfer
Johannesstr. 60 für  Emanuel Grünwald
Johannesstr. 60 für  Nelly Grünwald
Johannesstr. 66 für  Dr. Robert Bloch
Johannesstr. 66 für  Ilse Bloch
Johannesstr. 66 für  Lina Bloch
Johannesstr. 66 für  Oskar Bloch
Johannesstraße 73 für  Gretel Hella Guggenheim
Johannesstraße 73 für  Jakob Gustav Guggenheim
Johannesstraße 73 für  Lore Pia Guggenheim
Lindenspürstr. 30 für  Josefine Kroner
Lindenspürstr. 30 für  Klara Mayer
Lindenspürstr. 30 für  Paul Mayer
Lindenspürstr. 35 für  Meta Gerson
Schwabstr. 100 für  Lilly Röck
Schwabstr. 126 für  Bernhard Schreiber
Schwabstr. 126 für  Hedwig Schreiber

 

 

StolperKunst belebt Erinnerung

 

Logo StolperKunst

 

...ein Projekt der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen gegen Geschichtsvergessenheit!

 

http://www.stolperkunst.de

Warum Stolpersteine?

Für Hannelore Levi und ihre Eltern Berta und Ernst, letztere 1942 in Riga ermordet, wurden im Herbst 2017 Stolpersteine in Stuttgart verlegt. Pip McCosh (*1965, Neuseeland), Tochter von Hannelore Levi (*1928, Stuttgart,  gest. 2012, Neuseeland) schrieb am 22. Januar 2018 eine e-mail, die anschaulich zeigt, dass Stolpersteine ihre Schleifen bis ins Hier und Jetzt ziehen...

 

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in der Reihe TÜBINGER JUDAISTISCHE STUDIEN erschienen:

Briefe zur JÜDISCHEN EHEVERMITTLUNG 1911-1921

 

Info von Rainer Redies

im November erschienen:

Unerwünscht

Mehr Infos

im Januar erschienen:

Buchcover: "Behandlung empfohlen"

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Publikationen aus dem Stuttgarter Norden

Else-Kahn-Broschüre Broschüre über „Else Kahn, geb. Jeselsohn. Nachgetragene Würde – nachgetragene Liebe. Eine Lebensgeschichte“

 

Broschüre „Der Killesberg unterm Hakenkreuz"
 

 

Broschüre JudenladenDer Stuttgarter "Judenladen": Ein fast vergessenes Stück Stuttgarter Stadtgeschichte
 

Mehr Infos

Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern

Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier

Weitere Infos

Das jüdische Zwangsaltenheim in Eschenau und seine Bewohner

Herausgegeben von Martin Ulmer und Martin Ritter

Infos und Bezug

Aus dem KZ Theresienstadt: "Was mich aufrecht erhielt, war die Post ..."

Postkarten aus Theresienstadt von Gertrud Nast-Kolb an ihre Tochter Ilse in Stuttgart (1944-1945)

Was mich aufrecht erhielt, war die Post... Titelblatt

 

heraus-gegeben von Margot Weiß

 

 

Infos und Bezug

Verlegt

Krankenmorde 1940-41 am Beispiel der Region Stuttgart
buchumschlag-verlegt-elke

 

heraugegeben von Elke Martin

 

 

 

Info und Bestellung

Neu aufgelegt: Spuren vergessener Nachbarn

Titel Stolpersteinbuch
Das
Stuttgarter
Stolpersteinbuch
 

 

 Info und Bestellung

Ernst Köhler

im August 1940 in Grafeneck ermordet - weil er krank war
weiter

Walter, Hanna, Sofie, Rose, Erich, Auguste, Albert und Werner Levi

die ganze Familie wurde von den Nazis auf erschreckend gründliche Weise vernichtet weiter

Max und Mathilde Henle

Letzter frei gewählter Wohnort:
Hohentwielstrasse 146 B, Stuttgart Süd

Lydia Heilborn und ihre Tochter Gertrud

die Tochter in Grafeneck ermordet, die Mutter in Theresienstadt weiter

Hermine Wertheimer

zwangsevakuiert, deportiert und enteignet weiter